Das Endocannabinoid-System

Zuletzt aktualisiert: 28.12.20 

Entdeckung

Bei der Untersuchung, wie die Wirkstoffe der Cannabispflanze, die Cannabinoide, im menschlichen Körper wirken, machte man die Entdeckung dieses Systems. Durch die Entdeckung dieses Systems kam man zur Erkenntnis, dass der Körper ebenfalls eigene Cannabinoide, sogenannte Endocannabinoide, herstellt, um an diese Rezeptoren binden zu können. So gelang es im Jahr 1992 erstmalig aus Schweinehirnen eine Substanz zu extrahieren, die an CB1-Rezeptoren bindet. Man benannte es nach seiner Entdeckung Endocannabinoid-System, kurz ECS.

Cannabinoide

Cannabinoide sind natürliche, chemische Botenstoffe des Körpers und aktivieren die Cannabinoid-Rezeptoren. Sie sind G-Protein-gekoppelte Rezeptoren (GPCR) und sind auf der Oberfläche unserer Zellen zu finden. Angeblich kam man sich das so einfach vorstellen, dass diese Rezeptoren wie eine Mailbox für Nachrichten der Zellen sind und hierüber "kommunizieren". Man unterscheidet dabei zwischen endogenen und exogenen Cannabinoide.

Endocannabinoide

Endogene Cannabinoide werden vom Körper selbst produziert. Sie werden innerhalb der Körperfettsäuren wie Omega-3 gebildet. Die beiden heutzutage bekanntesten Endocannabinoide sind Anadamid und 2-Arachidonylglycerol. Endocannabinoide werden nur produziert, wenn der Körper signalisiert, dass er sie akut benötigt und werden deshalb als "kurzfristige" Neurostransmitter (Botenstoffe) bezeichnet.

Exocannabinoide

Exogene Cannabinoide werden dem Körper von außen zugeführt. So werden CBD (Cannabidiol) und THC (Tetrahydrocannabinol) aus der Cannabispflanze immer häufiger eingenommen, um von den positiven Wirkungen zu profitieren. Das CBD wird über die Nahrungskette, Schleimhäute, Lunge usw. aufgenommen und über das ECS physische und psychologische Effekte erzeugt.

2 Rezeptor-Typen

Endocannabinoid-Rezeptoren findet man im gesamten Körper. Es gibt jedoch Regionen im Körper mit besonders hoher Konzentration eines jeweiligen Rezeptor-Typen. Man ordnet den Cannabinoid-Rezeptoren die Regulierung verschiedener Grundfunktionen unseres Körpers zu.

Zu diesen Grundfunktionen zählen:

  • Appetit
  • Erinnerung
  • Entzündung
  • Immunfunktion
  • Neuroprotektion und Entwicklung
  • Schmerzen
  • Reproduktion
  • Schlaf
  • Stimmung
  • Stoffwechsel
  • Verdauung

CB1-Rezeptor

Den Cannabinoid-1-Rezeptor findet man voranging im Gehirn und Rückenmark, also im zentralen Nervensystem. CB1-Rezeptoren kommen mit besonders hoher Konzentration in Hirnregionen vor, die für die Bewegungssteuerung (Basalganglien, Kleinhirn) und Informationsverarbeitung (Hippocampus) verantwortlich sind. Man geht davon aus, dass hier unter anderem die schmerzlindernde und beruhigende Wirkung des CBDs zu begründen ist.

CB2-Rezeptor

Die CB2-Rezeptoren findet man hingegen typischerweise in Immunzellen, im Magen-Darm-Trakt und im äußeren Nervensystem vor. Die CB2-Rezeptoren sind hauptsächlich für die Immunabwehr zuständig. Hier lassen sich unter Umständen die entzündungshemmende Wirkung des Cannabidiols erklären.

Endocannabinoid-System - nicht nur im Menschen

Wie schon oben erwähnt, extrahierte man auch schon Cannabinoide aus Schweinehirnen und entdeckte, dass auch Tiere über ein solches Endocannabinoid-System verfügen müssen. So ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass auch Hunde und Katzen, wie auch viele andere Tiere über ein solches Endocannabinoid-System verfügen.

Nicht nur der Mensch kann also von der Einnahme von CBD Öl und anderen CBD-Produkten profitieren. Es entwickelt sich immer stärker der Trend dazu hin, auch seinem geliebten Tier ein dafür spezielles CBD Öl für Tiere zu verabreichen. Tierbesitzer berichten von einem Entspannungseffekt bei ihrem Tier. Cannabidiol findet auch schon bei Pferden nach Aussagen der Besitzer ihre Anwendung.

Fazit

Die Cannabinoide, wie CBD, binden an die Rezeptoren, also das Endocannabinoid-System (ECS), und bilden bestimmte Enzyme, welche für die vielfach beschriebenen positiven Wirkungen im Körper mitverantwortlich sind. Diese Rezeptoren sind für die Regulierung der menschlichen Grundfunktionen, wie die Immunfunktion und Schmerzen, verantwortlich.